Der Festakt zum 100jährigen Bestehen des AHSC zu Lüneburg

Im Vorfeld der Festlichkeiten wies die Landeszeitung für die Lüneburger Heide auf das Ereignis am 15.10.2021 hin:

Ankündigung in der LZ

Am 17. Oktober 2021 schließlich trafen sich rund 40 geladenen Gäste im mittelalterlichen Brömsehaus.

Scheffe Wilson-Zwilling Franconiae München, Franconiae-Jena zu Regensburg begrüßte die Festcorona mit herzlichen Worten:

Scheffe begrüßt
Wilson-Zwilling begrüßt die Gäste

Verlesung der verschiedenen Grußworte

Danach wurde von Frerichs Bavariae München das Grußwort des VAC verlesen:

Der zweite Vorsitzende Horwitz Teutonia-Hercyniae Braunschweig las das Grußwort des WVAC vor:

Dann schließlich wurde noch das Grußwort der Hansestadt Lüneburg, das uns der Oberbürgermeister Ulrich Mädge sandte, verlesen.

Festvortrag

Dann begann der Festredner Prof. Dr. Hartwig Donner, ehemaliger Präsident der Universität Leuphana zu Lüneburg, mit seinem Vortrag 75 Jahre Hochschule – Universität Lüneburg.

Prof. Dr. Hartwig Donner

Hier der Link zum Download der Rede:

75 Jahre Hochschule – Universität Lüneburg

Ehrung des Gästebuchillustrateurs

Nun folgte die Ehrung des langjährigen AHSC-Mitglieds Frank Schmidt Vandalia-Teutoniae Berlin, der seit vielen Jahrzehnten die Bilder zu beinahe jeder Veranstaltung malt. Darüber hinaus war er entscheidend an der Gestaltung des AHSC-Wappens im Jahre 2011 beteiligt, und malt und zeichnet auch für die jährlichen Geburtstagskarten, Einladungen und Gestaltungselemente die Motive und Bilder.

Horwitz, Wilson-Zwilling, Frerichs u. Schmidt (v.l.n.r.)

Mit seiner künstlerischen Tätigkeit war und ist er für die Kultur des AHSC zu Lüneburg stilbildend. Aus Dank für seinen unermüdlichen Einsatz wurde Frank Schmidt während des Festaktes als gemeinsame Spende des AHSC zu Lüneburg ein Räucher­männchen aus der Räuchermann-Manufaktur Frank Merten im Erz­ge­birge dediziert. Wohlgemerkt ein Studenten­räucher­mann in den Farben der Vandalia-Teutonia Berlin.

Schmidt und sein Alter Ego

Dank an Editha Kross vom Brömsehaus

Im Anschluss übergab der Vorstand des AHSC zu Lüneburg der Vertreterin für den Gastgeber „Brömsehaus“, Frau Editha Kross, zum Dank für die Bereitstellung des wunderbaren Raumes einen Blumenstrauss und für die Sammlung des Brömsehauses einen Weinzipfel in den Farben des AHSC zu Lüneburg.

Prof. Lankisch Cur. Goett. begleitete die Übergabe des Weinzipfels mit einem sehr spannenden Abriß über baltische Kultur und Tradition:

Prof. Dr. med. Paul Lankisch Cur. Goett.

Dedikation eines Weinzipfels
in den Farben des AHSC zu Lüneburg
anlässlich seines 100jährigen Bestehens
am 17. Oktober 2021

an

Frau Editha Kross

Sehr verehrte Frau Kross!

Das Brömsehaus ist Eigentum der Deutschbaltischen Kulturstiftung. Sie sind wie keine andere Person diesem Haus verbunden, denn Sie haben jahrelang dieses Haus restaurieren lassen und die dazu notwendigen finanziellen Mittel erworben.

Zurzeit sammeln Sie mit großem Erfolg Gelder, um das umfangreiche Archiv der Deutschbalten, das sich in diesem Haus befindet, zu verzeichnen und zu erschließen. Um den Anwesenden eine Größen­ordnung zu geben: Dazu sind über einen Zeitraum von sechs Jahren 900.000 € erforderlich. Es ist also eine neue große Aufgabe, der Sie sich gestellt haben. Zu erwähnen ist auch an dieser Stelle, dass etwa 20 % dieses Archivs Materialien deutsch­baltischer Korporationen aus Dorpat und Riga um­fasst.

Als Vertreterin der Stiftung haben Sie uns heute ermöglicht, in der wunderschö­nen Diele des Brömsehauses unser Jubiläum zu feiern.

Als Angehöriger des deutschbaltischen Traditions­corps Curonia Goettingensis habe ich nun die Ehre, Ihnen, sehr verehrte Frau Kross, einen Weinzipfel in den Farben des AHSC zu Lüneburg als unseren herzlichen Dank dafür zu überreichen, dass wir heute hier sein dürfen.

Sehr verehrte Anwesende!

Die Überreichung eines Weinzipfels an Frau Editha Kross ist eine Dedikation, und zwar nicht eine De­dikation eines Einzelnen, sondern ein Präsent vieler im Lüneburger AHSC versammelter Corpsstudenten.

Dedikation an eine Deutschbaltin überreicht von einem Deutschbalten; das gibt Raum für einen Rückblick auf Traditionen in Dorpat und Riga.

Wenn ein dortiger Corpsstudent einer Dame besonders zugetan war und sie ganz ernsthaft für eine gemeinsame Zukunft in Erwägung zog, dann dedizierte er ihr einen Wein- oder Sektzipfel oder aber ein Schildchen in den Farben seiner Verbindung, zum Tragen zum Beispiel an einem Silberkettchen am Handgelenk.

Diese Abbildung zeigt eine Dedikation in den Farben der Fraternitas Rigensis und dazu passend den Baltenschild mit dem schwarzen Kreuz auf weißem Grund und der Inschrift „In Treuen fest“. Dieser Schild ist übrigens auch Teil des Wappens der Curonia Goettingensis. Diese beiden Schildchen stammen aus dem Nachlass meiner Tante Asta Rathfelder, geborene Lau aus Libau, die im Übrigen viele Jahre hier im Brömsehaus mit Archivarbeiten ehrenamtlich tätig war.

Wenn nun aber in der Heimat – die lag für die alten Deutschbalten im heutigen Est- und Lettland – eine Dame einem Corpsstudenten besonders zugetan war und ihn ernsthaft in Erwägung zog, nahm sie bei der nächstbesten festlichen Gelegenheit seinen Deckel und setzte ihn sich vor aller Augen auf. Damit war die Sache klar. Danach fertigte sie ihm als äußeres Zeichen ein schmales Damenband an, das er fortan quer auf dem Smoking- oder Frackhemd trug. Andere Damen sollten damit wissen, dass er bereits vergeben war.


Die Abbildung zeigt das Damenband, dass ich seinerzeit von Dinah Michaelsen, meiner jetzigen Ehefrau, bekam

Im Vergleich zum Damenband mein Burschenband in üblicher Breite (rechts) und daneben das Band meines Vaters, wie es die Philister – wie wir unsere Alten Herren nennen – trugen.

Im Vergleich zum Damenband mein Burschenband in üblicher Breite (rechts) und daneben das Band meines Vaters, wie es die Philister – wie wir unsere Alten Herren nennen – trugen.

Um diese Burschenbänder gab es lange Diskussionen: Im Baltikum gab es keine Bestimmungsmensuren; ausgetragen wurden nur Duelle – und zwar mit Schlä­ger, Säbel oder Pistole. Hier­für wurde jeder Fuchs schmerzhaft eingepaukt bzw. vorbereitet. Kam es zu einem Duell, galt er als „losgegangen“. Der HKSCV wollte das Band in Kösener Breite nur „los­gegangenen“ Philistern zuerkennen, die Deutsch­balten aber wollten sich nicht in „Losgegangene“ und „Nicht-Losgegangene“ aufteilen lassen.

Das hier gezeigte Philisterband meines Vaters, Dr. Paul Lankisch Rub. (also Mit­glied des Rigaer Corps Rubonia) et Cur. Goett. war mit seiner reduzierten Breite ein Kompromiss – aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Paul Georg Lankisch Cur. Goett.

Der dedizierte Weinzipfel für das Brömsehaus
Horwitz Teutonia-Hercynia Baunschweig, Wilson-Zwilling Franconia München, Franconia-Jena zu Regensburg, Frerichs Bavaria München, Editha Kross (v.l.n.r.)

Flötensonate von Francis Poulenc

Dann war die Zeit für den musikalischen Abschluss gekommen. Der Scheffe des AHSC zu Lüneburg, Markus Wilson-Zwilling (Querflöte) und seine Freundin, Frau Dr. Annette Semrau (Klavier) spie­lten die Flötensonate von Francis Poulenc von 1957.

Wilson-Zwilling (Flöte) u. Dr. Annette Semrau (Klavier)

Empfang

Im Anschluss an den Festakt lockten Getränke und Canapés im Barockzimmer des Brömsehauses. Und der Festakt klang aus mit vielen anregenden Ge­sprächen und Unterhaltungen. Alle Anwesenden waren sich einig, dass man sich in 100 Jahren wieder an dieser Stelle treffen würde.

Barockzimmer des Brömsehauses
Gruppenbild im Brömsehaus

Liebesgabe

Der Vorstand des AHSC zu Lüneburg im VAC und WVAC, Wilson-Zwilling Franconiae München, Franc­oniae-Jena zu Regensburg, Sebastian Horwitz Teutonia-Hercyniae Braunschweig und Christian Frerichs Bavariae München, hat anlässlich des 100jährigen Bestehen des AHSC eine Anstecknadel mit dem Wappen des AHSC anfertigen und stiften lassen. Diese wurde beim Eintritt zum Festakt im Brömsehaus allen Gästen, Männern und Frauen, Mitgliedern oder Gästen, gerne überreicht.

Das Wappen des AHSC zu Lüneburg