Jüdische Korporierte – jüdische Verbindungen
Studenten schließen sich seit nunmehr zweieinhalb Jahrhunderten in ganz unterschiedlichen Gruppen – in Studentenverbindungen in ihrer ganzen Bandbreite – zusammen. Ihre Geschichte ist ein wichtiger Teil der europäischen Kultur. Diese Tatsache wird vielerorts und von bestimmten Gruppen verkürzt dargestellt oder schlichtweg ignoriert. Geradezu fatal ist dies für bestimmte Aspekte der Vergangenheit, denn hier geht die Geschichtswissenschaft mehrheitlich an wichtigen Quellen achtlos vorbei. Die Studenten jüdischen Glaubens, die sich entweder einer bestehenden Verbindung anschlossen oder glaubensbezogen jüdische Verbindungen stifteten, stellen diesbezüglich eine höchst wichtige Gruppe dar. Natürlich wurden sie auch ignoriert, weil nach der Shoa schlichtweg keine Menschen mehr da waren, die Zeugnis hätten geben können – aber nicht nur deswegen. So fiel das Erbe der jüdischen Korporierten nach 1945 dem Unwissen anheim. Erst ab den 1980er Jahren begannen einzelne Studentenhistoriker zu fragen, was ab 1933 wirklich passiert war. Ihre Forschungen liegen diesem Band zugrunde, und eine überreiche, weitverzweigte und höchst eigenständige Farbenwelt tut sich vor unseren Augen auf. Es ist aus Sicht der Forschung unverzichtbar, diese Welt zu entdecken – denn ohne jüdische Korporierte ist unser Blick auf die gesamte Studentengeschichte nicht vollständig. Der vorliegende Band soll dabei keine Gesamtdarstellung sein – die wurde versucht, ein Gesamtergebnis steht gleichwohl aus. Hier soll der Beginn gemacht werden, diese wichtige Lücke mittels signifikanter Einzeldarstellungen zu ermessen. Es wird aber weiterer Forschungen bedürfen, um diese klaffende Lücke in unserem kulturellen Gedächtnis zu schließen.

Zu beziehen für 49,90 Euro bei Sebastian Sigler Masoviae Königsberg zu Potsdam, Guestphaliae Halle
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